Städtebaulicher Wettbewerb für Kronenplatz / Holzmarkt hat klaren Sieger
Eindeutiger hätte das Votum der Jury nicht ausfallen können. Die gemeinsame Wettbewerbsarbeit der beiden Stuttgarter Architekten Ute Michaelsen und Michael Glück fand die Zustimmung aller Jurymitglieder. Wie Kronenplatz und Holzmarkt und damit die ehemalige B 14 umgestaltet werden sollen, wird den Gemeinderat im kommenden Jahr beschäftigen.
Der Siegerentwurf für den Abschnitt der alten B 14 zwischen der Querung Zipfelbach (Höhe Autohaus Mulfinger) und Buchenbach (Kreuzung Leutenbacher Straße) hat die neunköpfige Jury einstimmig überzeugt. Sie war mit mehreren Architekten, Stadtplanern, Vertretern des Gemeinderats, Stadtentwicklungsamtsleiter Daniel Güthler und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth besetzt.
17 Planungsgemeinschaften hatten sich am Wettbewerb beteiligt; zwei Bewerbungen mussten leider abgelehnt werden, da sie zu spät eingegangen sind. Wie außerordentlich überzeugend die Arbeit der Preisträger Ute Michaelsen und Michael Glück ist, zeigt der Umstand, dass letztendlich kein zweiter Platz vergeben wurde, sondern zwei dritte Plätze.
Barrierewirkung der ehemaligen B 14 soll entfallen
Altstadt und Bahnhofsvorstadt sollen zusammen wachsen, die trennende Wirkung der ehemaligen B 14 entfallen – so eine der Vorgaben des Planungswettbewerbs. Den beiden Stuttgarter Architekten gelingt es, in ihrem Entwurf die beiden Plätze zu einem ineinander übergehenden Stadtraum zu gestalten, wie die Vorsitzende des Preisgerichts, Professorin Dr. Christina Simon-Philipp aus Stuttgart, feststellte.
Für Kronenplatz und Holzmarkt wie auch für den stark zurückgebauten Straßenraum wird ein optisch einheitlicher Belag vorgeschlagen. Die Unterführung und auch die damit verbundenen Nebengebäude sollen entfallen. Am Kronenplatz soll ein neues stadtbildprägendes Gebäude entstehen, welches die beiden Architekten als „Stadthaus“ bezeichnen.
Die dortigen Flächen gehören bereits der Stadt, ein Hochbauwettbewerb für das „Stadthaus“ soll im kommenden Jahr ausgeschrieben werden. Auch wird sich die Frage stellen, wie die Nutzung für dieses Stadthaus aussieht und wie die Stadt an mögliche Investoren herantritt. Die Preisträger schlagen zudem vor, dass sich im Untergeschoss des „Stadthauses“ ein Parkhaus mit rund 160 Stellplätzen befindet. Hiervon würden auch die Geschäfte der unteren Marktstraße profitieren, die bisher das Fehlen von Parkplätzen in diesem Bereich bemängeln, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Sitzmöglichkeiten und ein neues Spielmodul sollen das Angebot auf dem Kronenplatz ergänzen.
Die „Stange“ als neuer Treffpunkt in Winnenden
Geht es nach den Architekten Michaelsen und Glück, so soll sich in Winnenden bald ein neuer Treffpunkt einen Namen machen: Die „Stange“. Gemeint ist damit ein überdimensionales 80 Meter langes Stadtmöbel, das sich über den gesamten Holzmarkt spannt: Sitzbänke entlang eines Tisches als lange „Stadttafel“, verbunden mit dem Element Wasser. Und natürlich alles aus Holz, damit die ursprüngliche Bedeutung des Holzmarkts wieder sinnbildlich in Erscheinung tritt.
Statt der bisherigen Parkflächen sollen am Holzmarkt Stadthäuser errichtet werden, die im Erdgeschoss kleine Ladenflächen oder Büros bieten und im Obergeschoss Wohnraum.
Teilweise Tempo 30 auf der alten B 14
Die ehemalige B 14 soll ihr Erscheinungsbild vollkommen ändern. Der Straßenquerschnitt soll deutlich reduziert werden. Nicht nur Gehwege, sondern auch ein Radschutzstreifen sowie Längsstellplätze sind geplant. Baumreihen, die als Allee bis zum Beginn von Holzmarkt und Kronenplatz geführt werden, säumen die Straße. Tempo 30 wird im gesamten Wettbewerbsgebiet; d.h. vom Buchenbach bis zum Zipfelbach, auf der ehemaligen B 14 vorgeschlagen.
Auch dem Busverkehr soll ein neuer Stellenwert zukommen: Direkt am Kronenplatz, in Richtung Bahnhofsstraße, sind Bushaltestellen vorgesehen.
Weitere Vorgehensweise
Das Preisgericht empfiehlt, mit dem Entwurf des ersten Preisträgers weiter zu arbeiten. Einen entsprechenden Vorschlag wird die Verwaltung dem Gemeinderat vorlegen, so Oberbürgermeister Holzwarth. Zudem werden dem Gemeinderat die weiteren drei besten Entwürfe vorgestellt.
In einem nächsten Schritt ist ein Hochbauwettbewerb für das Stadthaus auszuschreiben. Im Laufe des Wettbewerbs oder danach wird nach einem Investor zu suchen sein. Zunächst soll die Bebauung am Kronenplatz realisiert werden, in einem nächsten Schritt erfolgen der Rückbau und die Umgestaltung der ehemaligen B 14.
Dokumentation der Wettbewerbsergebnisse (5,599 MB)



