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2012 wird gefeiert: 800 Jahre Stadt Winnenden

Winnenden ist die älteste nachgewiesene Stadtgründung im ganzen Rems-Murr-Kreis. 800 Jahre Stadtrecht werden im kommenden Jahr gefeiert. Einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr wird das „Winnender Mädlesfest“ am 7. und 8. Juli 2012 sein, mit Mittelaltermarkt und vielem mehr.

Marktbrunnen
Im Jubiläumsjahr soll auf dem Marktbrunnen die neue Brunnenfigur enthüllt werden.

1212 erhielt Winnenden das Stadtrecht. Die Erlaubnis erhielt Gottfried von Winnenden vom König und späteren Kaiser Friedrich II. Dies war zugleich der Dank dafür, dass Gottfrieds Schwiegersohn, Heinrich von Neuffen, ihn von Sizilien über die Alpen nach Konstanz geleitet hatte.

Winnenden kann somit im Jahre 2012 erneut ein Stadtjubiläum feiern. Wurde 1981 die Ersterwähnung Winnendens vor 800 Jahren gefeiert, so sind es nun 800 Jahre Stadtrecht. Bürger und Gäste können sich freuen, gleich bei mehreren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr in die faszinierende Zeit des Mittelalters eintauchen zu können. Doch bei all den Feierlichkeiten werden nicht die Herren, sondern ein junges Mädchen die Hauptrolle spielen, weshalb das Festwochenende den Titel „Winnender Mädlesfest“ trägt.

Gottfried und das Winnender Mädchen

Gar einen Platz in der Weltliteratur hat Gottfried von Neuffen, der Minnesänger, Sohn von Adelheid von Winnenden und Heinrich von Neuffen. „Er hat den Bau der Stadt Winnenden miterlebt und war sehr stolz, dass seine Familie eine eigene Stadt besaß“, so Stadtarchivarin Dr. Sabine Reustle. Im weltberühmten „Codex Manesse“, einer Liederhandschrift aus dem Mittelalter, sind auch von ihm 51 Lieder enthalten, darunter das „Winnender Lied“. Hierin besingt er die Liebe zwischen ihm und einem Winnender Mädchen. „Das Mädchen ist somit die erste Bürgerin, die wir heute noch kennen“, bekräftigt Dr. Sabine Reustle. Ihr zu Ehren feiert Winnenden am Wochenende 7. und 8. Juli 2012 das „Winnender Mädlesfest“. Stände und Zelte, in denen mittelalterliche Handwerker und Künstler ihre Waren anbieten und ihre Fertigkeiten zeigen, sind geboten. Ein buntes Mittelalterprogramm wird derzeit für die Marktplatzbühne geplant. Und auch aktiv können alle, die am Mittelalter interessiert sind, dabei sein: An zwölf Stationen sind bei einem Themenpfad eine Menge Spaß geboten.

„Ein Hauptanliegen ist uns, dass es ein Fest von Winnendern für Winnender wird“, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Das Rahmenkonzept für das Festwochenende wurde deshalb am Mittwoch, 28. September 2011, um 19.00 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses allen Vereinsvertretern und Einwohnern, die sich an diesem Fest beteiligen möchten, vorgestellt.

Zahlreiche Veranstaltungen während des ganzen Jahres

Auftakt zum Jubiläumsjahr ist der Festakt am Samstag, 14. Januar 2012. Die Festrede wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann halten. Für den Festvortrag konnte Prof. Dr. Gerhard Fritz aus Schwäbisch Gmünd gewonnen werden; ein profunder Kenner der Geschichte der Grafen von Neuffen und damit auch Winnendens.

Am Vormittag des 20. Mai 2012 wird es dann so weit sein: Die neue Figur auf dem Marktbrunnen wird enthüllt. Fünf Wettbewerbsarbeiten lagen dem Winnender Gemeinderat bei seiner Entscheidung am 18. Oktober 2011 vor. Mehrheitlich fiel die Wahl auf die Arbeit von Prof. Karl-Ulrich Nuss. Thematische Vorgabe war, dass Gottfried von Neuffen und das von ihm in seinem „Winnender Lied“ umworbenen Mädchen die Grundlage für die neue Brunnenfigur bilden.

Am selben Tag steht auch der zeitgleich stattfindende „Wonnetag" ganz im Zeichen des Stadtjubiläums. Im Rahmen eines Castings wird an diesem Tag das Winnender Mädchen gewählt, das während des Jubiläumsjahres verschiedenste repräsentative Aufgaben wahrnehmen darf. Auch eine pfiffige Verkaufsaktion ist geplant: Alle Mädchen und Frauen, die an diesem Tag mit einem Blumenkranz im Haar zum verkaufsoffenen Sonntag kommen, erhalten einen deutlichen Bonus bei ihrem Einkauf.

Über das ganze Jahr hinweg ist zudem ein Begleitprogramm des Stadtarchivs mit Vorträgen und Führungen geplant. Im Vorfeld der Enthüllung der neuen Figur am Marktbrunnen - am Mittwoch, 16. Mai 2012 - steht zum Beispiel der Vortrag von Stadtarchivarin Dr. Sabine Reustle mit dem Titel „Der Minnesänger Gottfried und das Winnender Lied“. Es geht darum, dass die Gründung der Stadt Winnenden in einem Stück Weltliteratur festgehalten wurde und zwar mit der Liebesgeschichte zwischen einer Bürgerin der jungen Stadt und dem hochadligen Enkel des Stadtgründers.

Diese außergewöhnlichen Anfänge feiert die Stadt Winnenden 800 Jahre später miteinander. (ch)