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Neujahrsempfang eröffnet die Heimattage Baden-Württemberg

Prominente Gäste konnte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth begrüßen (v.r.n.l.): Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Gattin Gerlinde, Landrat Dr. Richard Sigel und die Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek, Wilhelm Halder sowie Ulrich Goll (verdeckt).
Prominente Gäste konnte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth begrüßen (v.r.n.l.): Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Gattin Gerlinde, Landrat Dr. Richard Sigel und die Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek, Wilhelm Halder sowie Ulrich Goll (verdeckt).

Ein überwältigender Andrang - mit etwa 1.000 Gästen war der 40. Neujahrsempfang der Stadt Winnenden hervorragend besucht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnete mit seiner Festrede offiziell das Heimattage-Jahr 2019. Ein vielfältiges Programm mit Welturaufführung des Württemberger Lieds durch den Gebärdenchor der Paulinenpflege mit vier Sängerinnen und Stadtorchester.

Zum Auftakt der Heimattage 2019, dem offiziellen Fest des Landes Baden-Württemberg, besuchte Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit seiner Gattin Gerlinde die Stadt Winnenden. In seiner Ansprache gratulierte er der Stadt zur Ausrichtung der Heimattage und ernannte Winnenden in Anspielung „auf die selbsternannte benachbarte ‘Murr-Metropole‘ Backnang schmunzelnd zur ‘Heimat-Metropole 2019‘.“
 

Kretschmann beglückwünschte die Stadt Winnenden auch zum anstehenden 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Albertville. Diese sehr aktive Städtepartnerschaft sei gerade in der heutigen Zeit besonders wertvoll. Auf diesem Fundament stehe die Europäische Gemeinschaft „und von einem geeinten Europa hängt die Zukunft von uns ab“, so Kretschmann.

In Winnenden sei spürbar, dass die Stadt nach dem schweren Schicksalsschlag durch den Amoklauf einen starken Zusammenhalt hat. Das Streben der Menschen nach Sicherheit und Schutz sei nachvollziehbar, allerdings stößt da auch die Politik an ihre Grenzen. Gegen die extreme Tat eines Einzelnen könne es keinen absoluten Schutz geben, darum sei es umso wichtiger, dass die Menschen danach suchen, „was die Stadt im Kern zusammenhält.“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann spannte zum Ende seiner Rede den Bogen zu den Heimattagen mit einem abgewandelten Zitat, das dem in Winnenden geborenen Albrecht Bengel zugeschrieben ist. „Freude ist nicht alleine nur eine Gemütsregung, sondern auch eine Pflicht des Christen“. Kretschmann ersetzte Freude mit Zuversicht, denn diese hätten die Winnenderinnen und Winnender bewiesen, als sie vor zehn Jahren zusammengestanden sind. Im Anschluss an seine Rede trug sich Ministerpräsident Kretschmann in das Goldene Buch der Stadt Winnenden ein.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Winnenden ein. Foto: Haase
Ministerpräsident Winfried Kretschmann trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Winnenden ein. Foto: Haase

Spannendes Jahr 2019 für Winnenden

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth skizzierte in seiner Neujahrsrede anstehende spannende Projekte im Jahr 2019.

Unter anderem startet 2019 eine Vielzahl an Bauprojekten der kommenden Jahre mit einem Gesamtvolumen von 46 Millionen Euro. Im Bereich Bildung und Betreuung steht mit der Sanierung des Lessing Gymnasiums und einem Gesamtvolumen von 18,2 Mio. Euro das größte Vorhaben an. Zusätzlich ist der Umbau und die Erweiterung der Kastenschule geplant sowie der Neubau der Kinderhäuser Körnle II und Höfen II. Das Stadtbild wird sich nach den Heimattagen durch den beginnenden Rückbau der Alten B14 in der Ortsdurchfahrt von Winnenden positiv verändern. Ebenso startet die barrierefreie Umgestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofs. Neue Sozialwohnungen entstehen an mehreren Stellen in Winnenden und helfen mit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die Stadtwerke investieren in neue Quartierskonzepte für die Energieversorgung und in die Verbesserung der Wasserversorgung durch weicheres Wasser. Auch ein langfristiger Um- und Ausbau des Wunnebads in ein attraktives und modernes Bad, das den zukünftigen Anforderungen entspricht, wird vorbereitet.
 

Fördermittelanträge für die Vorhaben Lessing Gymnasium und Rückbau Alte B14 wurden beim Land gestellt. Oberbürgermeister Holzwarth äußerte in seiner Ansprache die Bitte an Ministerpräsident Kretschmann und die anwesenden Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek, Wilhelm Halder und Ulrich Goll, die nötigen Mittel bereitzustellen und bedankte sich für deren Unterstützung.

Wachsende Einwohnerzahlen in Winnenden prognostizierte Oberbürgermeister Holzwarth durch das Neubaugebiet „Adelsbach II“ mit 8,8 Hektar Fläche und 300 Wohneinheiten. Ab Herbst beginnt die Bebauung. Damit ist es das derzeit größte Neubaugebiet im Rems-Murr-Kreis und ein regionaler Wohnbauschwerpunkt. Zusätzlich laufen oder starten verschiedene Bauprojekte in Winnenden am Björn-Steiger-Kreisel, Holzmarkt, Schiefersee und bald auch am Kronenplatz. Erfreuliche Nachrichten vermeldete das Rems-Murr Klinikum mit der vom Sozialministerium bewilligten Aufstockung eines Investitionskostenzuschusses, mit dem das Ministerium den Weg für zusätzliche Bettenbelegungen frei machte.

Weitere Investitionen tätigte auch die Firma Kärcher auf dem bereits mehrfach preisgekrönten Ziegelei-Areal. Zusätzlich planen vermehrt mittelständische Unternehmen, sich in Winnenden anzusiedeln. Deshalb sind die Gewerbegebiete Schmiede III und Untere Schray bereits in Vorbereitung.

Zuletzt richtete Oberbürgermeister Holzwarth die Bitte an alle Anwesenden, sich an der Kommunal- und der Europawahl am 26. Mai 2019 aktiv zu beteiligen.

Heimattage unter dem Motto „Miteinander.leben“

In seiner Ansprache ging Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth auch auf die Heimattage und den im Zusammenhang stehenden 10. Gedenktag am 11. März ein. Für die Menschen in Winnenden bedeutete der Amoklauf am 11. März 2009 eine Zäsur, dessen Folgen besonders die Angehörigen bis heute spüren. In den zurückliegenden Jahren entwickelten die Opferangehörigen, die Schulgemeinschaft, die Stiftung gegen Gewalt an Schulen, Vertreter der Kirchen, des Gemeinderats sowie des Jugendgemeinderats mit der Stadtverwaltung Rituale für das Gedenken. Der Künstler Martin Schöneich schuf den „Gebrochenen Ring“ im Stadtgarten als bleibendes Mahnmal. Holzwarth dankte dem anwesenden Ministerpräsidenten für die fortwährende Unterstützung des Landes, insbesondere seitens der Polizei, der Schulbehörden, der Schulpsychologen und auch seitens dem Regierungspräsidium Stuttgart, besonders dessen ehemaligen Präsidenten Johannes Schmalzl.

Doch auch in vielen anderen Bereichen habe sich die Stadt in den vergangenen zehn Jahren verändert. Drei Jahre nach dem Amoklauf war es möglich, das 800-jährige Stadtjubiläum als älteste Stadt im Rems-Murr-Kreis zu begehen. In der Folge entstanden neue Formate wie die Konzerttage und der neukonzipierte City-Treff. Die Vergabe der Heimattage fiel letztlich auf das Jahr 2019 und zeigt damit zehn Jahre nach dem Amoklauf auch den engen Schulterschluss zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Winnenden.

Eine weitere Bedeutungsebene für das Motto „Miteinander.leben“ ist mit der Paulinenpflege Winnenden, dem Zentrum für Psychiatrie – Klinikum Schloss Winnenden und mit dem neuen Rems-Murr-Klinikum verbunden. Seit nunmehr 200 Jahren leistet die Paulinenpflege und fast genauso lange die moderne Psychiatrie professionelle Arbeit in Winnenden. 2014 kam das Rems-Murr-Klinikum dazu. Alleine die Paulinenpflege betreut 3.800 Menschen an allen Standorten und die beiden Kliniken halten zusammen rund 1.300 Patientenbetten vor. Hieran zeige sich deutlich, dass in Winnenden tatsächlich das Miteinander von Starken und Schwachen, Nichtbehinderten und Behinderten, Kranken und Gesunden die Grundlage des Zusammenlebens in vielen Bereichen ist. Ein beispielhafter Beitrag für das gesamte Land Baden-Württemberg im Heimattagejahr. Auch die Sponsoren und Förderer der Heimattage tragen Wesentliches zum Miteinander bei: 375.000 Euro Geld- und weitere 211.000 Euro gesponserte Sachleistungen stehen für die Heimattage zur Verfügung.

m weiteren Verlauf des Abends stellten das Winnender Mädle Celine Traub und Kulturamtsleiterin Sybille Mack im Gespräch mit den Interviewgästen Reinhold Frank, dem Präsidenten der Landesverbands der Heimat- und Trachtenverbände und dem künstlerischen Leiter der Konzerttage, Claudio Bohórquez ausgewählte Höhepunkte des Heimattage-Programms 2019 vor.
 

Das Winnender Mädle interviewt Reinhold Frank, Präsident des Landesverbands der Heimat- und Trachtenverbände. Foto: Haase
Das Winnender Mädle interviewt Reinhold Frank, Präsident des Landesverbands der Heimat- und Trachtenverbände. Foto: Haase

Programm mit Welturaufführung

Der Neujahrsempfang stand zudem im Zeichen der Musik. Zur Eröffnung musizierte das Stadtorchester Winnenden unter der Leitung von Thomas Kratzer, welches erst vor knapp sechs Monaten gegründet wurde und fortan repräsentative Auftritte für die Stadt musikalisch begleitet. Direkt im Anschluss an die Festrede von Ministerpräsident Winfried Kretschmann folgte die Aufführung des Württemberger Lieds mit vier Solostimmen und dem Gebärdenchor „Hands On Music“ der Paulinenpflege Winnenden. Alle sieben Strophen studierte der Gebärdenchor unter der Leitung von Eva Paulus ein. In dieser Form wurde das Württemberger Lied noch nie aufgeführt und stellte damit eine Welturaufführung vor den Augen und Ohren des Ministerpräsidenten dar. In die letzten drei Strophen stimmte das Saalpublikum ein.

In dieser Form wurde das Württemberger Lied zum ersten Mal überhaupt aufgeführt: der Gebärdenchor „Hands On Music“ der Paulinenpflege, vier Sängerinnen Annika Schneider, Monika Simmel, Christina Matzke und Simone Ehmann (zweite Reihe erhöht v.l.n.r.) und das Stadtorchester Winnenden mit Dirigent Thomas Kratzer. Foto: Haase
In dieser Form wurde das Württemberger Lied zum ersten Mal überhaupt aufgeführt: der Gebärdenchor „Hands On Music“ der Paulinenpflege, vier Sängerinnen Annika Schneider, Monika Simmel, Christina Matzke und Simone Ehmann (zweite Reihe erhöht v.l.n.r.) und das Stadtorchester Winnenden mit Dirigent Thomas Kratzer. Foto: Haase

Die Schulband der Albertville Realschule gab unter der Leitung von Stefan Bubik den Popsong „Seven Nations Army“ von L´Oncle Ben Soul zum Besten. Zuvor stimmten Claudio Bohórquez und Peter Nagy mit einem Variationssatz von Ludwig v. Beethoven das Publikum auf die nächsten Konzerttage ein, die am 3. Februar beginnen.

Die Schulband allstARS der Albertville Realschule spielte den Popsong „Seven Nations Army“ von L´Oncle Ben Soul. Foto: Haase
Die Schulband allstARS der Albertville Realschule spielte den Popsong „Seven Nations Army“ von L´Oncle Ben Soul. Foto: Haase
Der künstlerische Leiter der Konzerttage Winnenden und Cellist Claudio Bohórquez mit seinem Klavierpartner Péter Nagy. Foto. Haase
Der künstlerische Leiter der Konzerttage Winnenden und Cellist Claudio Bohórquez mit seinem Klavierpartner Péter Nagy. Foto. Haase

Den musikalischen Abschluss des Abends machte die Winnender Kantorei. Ihr Leiter, Kirchenmusikdirektor Gerhard Paulus, wurde dabei mit einer Ehrung überrascht: Unter großem Applaus überreichte ihm Bürgermeister Norbert Sailer die Bürgermedaille in Silber für über 30-jährige Verdienste um das Kulturleben in der Stadt sowie die zahlreichen Konzertaufführungen mit der Kantorei und vielen anderen Formationen. Mit drei unterschiedlichen Stücken von Carl Orff und John Rutter präsentierte die Kantorei ihre große stilistische Bandbreite. Zum Abschluss führte die Kantorei zusammen mit dem Gebärdenchor „hands on music“ ein modernes Kirchenlied von Werner Hofmann auf und leitete damit zum informellen Teil des Neujahrsempfangs mit Getränken und Gebäck über.
(hn)

Die musikalische Eröffnung übernahm das Stadtorchester Winnenden mit seinem Dirigenten Thomas Kratzer. Foto: Haase
Die musikalische Eröffnung übernahm das Stadtorchester Winnenden mit seinem Dirigenten Thomas Kratzer. Foto: Haase