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Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten

Winnender Jugendgemeinderat feiert 25-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest

Ehemalige und aktuelle Jugendgemeinderäte am Jubiläum

In Baden-Württemberg ist die Beteiligung von Jugendlichen am politischen Geschehen in den Städten und Gemeinden seit 2015 gesetzlich in der Gemeindeordnung geregelt. Schon seit 1998 besteht die Möglichkeit, Jugendgemeinderäte einzurichten.

Trotzdem sind Jugendgemeinderäte in den Kommunen keine Selbstverständlichkeit. Nur 100 der ca. 1100 Gemeinden haben dieses Gremium ins Leben gerufen und nur in zehn Gemeinden gibt es diese Einrichtung länger als 25 Jahre ununterbrochen.
 Darunter auch in Winnenden. Genau vor 25 Jahren, am 12. und 13. Oktober 1994, wurde der Jugendgemeinderat (JGR) in Winnenden gewählt. Grund genug das Jubiläum mit einem großen Fest am letzten Samstag in der Hermann-Schwab-Halle zu feiern. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth begrüßte neben den aktiven und ehemaligen Jugendgemeinderäten auch den damaligen Initiator des Gremiums, Stadtrat Thomas Traub und alle weiteren Mitglieder des Gemeinderats, die beiden Mitglieder des Landtages aus Winnenden Willi Halder und Siegfried Lorek, Bürgermeister Norbert Sailer, Dezernent Jürgen Haas und Vertreter der weiterführenden Schulen.

Winnender Jugendgemeinderat wurde fünf Jahre vor der Aufnahme in die Gemeindeordnung beantragt

Den Antrag auf Einrichtung eines Jugendgemeinderats am 23. September 1993 stellte Stadtrat Thomas Traub für die Junge Union. Anschließend wurde das Interesse bei den Jugendlichen abgefragt und am 23. August 1994 im Gemeinderat einstimmig befürwortet. Damit war Winnenden die zweite Stadt im Rems-Murr-Kreis, in der es einen Jugendgemeinderat gab. 16 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren konnten nun die Interessen der Jugendlichen in der Stadt vertreten und waren auf zwei Jahre gewählt. Sie besitzen heute ein Antrags-, Rede- und Anhörungsrecht gegenüber der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. Zu Beginn wurde herkömmlich gewählt und die Kandidaten benötigten Unterstützungsunterschriften. Zudem war in der ersten Amtszeit Oberbürgermeister Bernhard Fritz Vorsitzender des JGRs. Seit 1996 kommt der Vorsitzende jedoch aus den eigenen Reihen. Über die Jahre wurden auch die Unterstützungsunterschriften abgeschafft und gewählt wird zwischenzeitlich nur noch online. Die Bereitschaft der Jugendlichen, im JGR mitzuwirken, verdient hohe Anerkennung, denn der Einsatz konkurriert mit vielen anderen Freizeitaktivitäten. Trotzdem haben im Laufe der Jahre über 200 Jugendliche im JGR mitgewirkt und sich unter dem Motto: „Mitreden – Mitbestimmen - Mitgestalten“ für die Interessen der Jugendlichen eingesetzt und damit auch ganz nach dem Motto der Heimattage 2019 „Miteinander Leben“.

Noch heute erinnern sich JGR-Mitglieder gerne an die Zeit

Wie intensiv und bereichernd die Erfahrungen im JGR waren zeigt eine Mail, die ein ehemaliger JGR geschrieben hat: Er bedauere nicht an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Es sei damals eine interessante Zeit gewesen und er habe noch heute zu anderen Jugendgemeinderäten Kontakt.

Vielfältige Aktivitäten des JGR über die Jahre

In den 25 Jahren hat sich der JGR an den unterschiedlichsten Projekten beteiligt und es ging nicht nur um die inzwischen zum festen Bestandteil gehörende JGR-Party. So ist die Organisation der Bachputzete mit den Winnender Schulen ein festes Programm und seit 2010 auch die Organisation und Beteiligung an der Lichterkette am Jahrestag des Amoklaufs. In Zusammenarbeit mit der städtischen Jugendarbeit entstanden ein Kinder- und Jugendstadtplan und eine Kampagne gegen Rassismus. Bereits 1995 sprach sich der JGR für einen Skaterpark aus, der allerdings erst 2001 mit Zustimmung des Gemeinderats und der Unterstützung der Karl-Krämer-Stiftung umgesetzt werden konnte. Im letzten Jahr wurde die Streetworkout-Anlage im Schelmenholz erweitert. Zudem erreichte der JGR, dass der Komfortzuschlag beim Ruftaxi weggefallen ist und er engagierte sich für die Ausdehnung Nacht-S-Bahn. Auch kontrovers wurde diskutiert, z. B. zur Radverkehrskonzeption, erinnert sich der Oberbürgermeister und gibt Ausblicke auf die aktuell anstehenden Themen, bei denen der JGR beteiligt wird, wie unter anderem die Sportentwicklungsplanung, die Bewerbung der Stadt Winnenden zusammen mit der Gemeinde Schwaikheim für die Landesgartenschau, die Beteiligung der Stadt an der internationalen Bauausstellung 2027 und auch jetzt die anstehenden Maßnahmen zum Klimaschutz. Die Jugendlichen sind wichtige Ansprechpartner für die Stadtverwaltung, den Gemeinderat und selbstverständlich für ihn als Oberbürgermeister, betont Holzwarth und weiß: „Wo sonst haben Jugendliche die Möglichkeit, auch ohne parteipolitische Bindung einen praktischen Einstieg in die Politik zu finden und nach demokratischen Spielregeln kommunalpolitisch aktiv zu werden und dabei ihr direktes Umfeld mitzugestalten.“

Viele Jugendliche sind später weiter politisch aktiv

Ebenfalls erfreulich ist: Viele der JGR-Mitglieder bleiben später weiterhin kommunalpolitisch aktiv und engagieren sich als Kanidaten für den Gemeinderat. 2004 haben sich vier ehemalige Mitglieder für den Gemeinderat aufstellen lassen. In diesem Jahr waren es sogar 14 ehemalige Jugendgemeinderäte. Abschließend stellt OB Hartmut Holzwarth fest: „Nur, wenn die durch den JGR vertretenen Jugendlichen für ihre Vorschläge und Anregungen weiterhin ein offenes Ohr in der Stadtverwaltung und bei den politischen Gremien finden, kann die erfolgreiche Arbeit des Jugendgemeinderats fortgesetzt werden.“ Gleichzeitig bedankte er sich bei Franz Stagel, dem stellvertretenden Hauptamtsleiter, der die Arbeit des JGR bereits seit 1996 seitens der Verwaltung federführend begleitet.

Talkrunde mit vielen Fragen

Talkrunde von links: Oberbürgermeister Hartmut Holwarth, ehemalige Jugendgemeinderätin Ramona Voral, Willi Halder, MdL; Siegfried Lorek, MdL, ehemaliger Jugendgemeinderat Sascha Braun und die aktuelle Vorsitzende Jil Weber den Fragen der Talkrunden-Moderatorin Leonie König
Die Moderatorin des Abends Jil Weber informiert über 25 Jahre JGR in Winnenden anhand ihrer Präsentation
Stadtrat Thomas Traub bei seiner Rede

In einem Video-Clip berichteten ehemalige Vorstände und aktive Mitglieder des JGRs sowie verschiedene Stadträte über ihre Erfahrungen im und mit dem Gremium. In einer Talkrunde stellten sich Oberbürgermeister Hartmut Holwarth, ehemalige Jugendgemeinderätin Ramona Voral, Willi Halder, MdL; Siegfried Lorek, MdL, ehemaliger Jugendgemeinderat Sascha Braun und die aktuelle Vorsitzende Jil Weber den Fragen der Talkrunden-Moderatorin und Stadträtin Leonie König. Für Ramona Voral ist es besonders wichtig, dass wichtige Themen publik gemacht werden und an der Sache dran geblieben wird. Für Willi Halder ist es wichtig, dass sich der JGR weiter an der Lichterkette beteiligt. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth dagegen sind es nicht bestimmte Themen, auf die er stolz ist. Für ihn ist es die Schwingung auf die es ankomme, der Wunsch der Jugendlichen, sich einzubringen und mitzugestalten. Rückblickend findet es Sascha Braun gut, was alles in seiner Zeit als JGR erreicht wurde. Unter anderem wurde in seiner Amtszeit z. B. ein rutschfester Belag auf Holzbrücken umgesetzt oder Helmboxen eingerichtet.Siegfried Lorek betont: „Wir benötigen das Wissen und die Anregungen der jungen Leute so früh wie möglich.“ Wo können Jugendliche erreicht werden? Möchte Leonie König von Jil Weber wissen. „Wir sind auf facebook und Instagram vertreten,“ weiß sie zu berichten. Künftig soll auch der Kontakt zur den SMVen (Schüler-Mit-Verantwortungen) ausgebaut werden, denn sie seien noch näher an den Jugendlichen dran, erklärt Weber.

„Fast Alaska“ und „Happy Hoppers“ bieten stimmungsvolle und mitreißende Auftritte

„Fast Alaska“ begeisterte die Zuhörer mit stimmungsvollen und mitreißenden Beiträgen.

Stadtrat Thomas Traub stellte in seinem Grußwort fest, dass seine Erwartungen an den Jugendgemeinderat bei weitem übertroffen wurden: „Die Jugendlichen engagieren sich nach wie vor für die Stadt,“ freut er sich und wünscht sich, dass es auch für die nächsten 25 Jahre so bleiben wird.Die aktuelle Vorsitzende des Jugendgemeinderats, Jil Weber, die souverän und kurzweilig durch den Abend führte, hatte eine Präsentation vorbereitet, in der sie anhand von Zeitungsausschnitten, besondere Höhepunkte der Arbeit des JGR chronologisch darstellte.„Fast Alaska“, die LGW-Schulband begeisterte mit einem Musik-Medley aus dem Gründungsjahr des Jugendgemeinderats 1994.

Die „Happy Hoppers“

Die „Happy Hoppers“ waren ein weiterer Show-Act des Abends, bevor um 20:30 Uhr die SWR 3-Party die Stimmung der Gäste noch weiter zum Glühen brachte. Spät in der Nacht ging die gelungene Jubiläumsparty zu Ende ging. (tab)

Super Stimmung bei der SWR3 Party