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Heimatwoche - „get-together. – Auftakt mit Cacau und Integrationsminister Manne Lucha

Cacau bei einer Trainingseinheit mit dem SV Winnenden Welcome United im Herbert-Winter-Stadion. Foto: Stadt Winnenden

Noch bis zum 12. April findet die Heimatwoche „get-together“ der Stabsstelle für Integration im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg statt. Zu Beginn am 8. April kam Claudemir Jeronimo Barreto, besser bekannt als Cacau, nach Winnenden. Der Integrationsbeauftragte des DFB trainierte am Nachmittag mit dem SV Winnenden Welcome United. Die integrative Fußballmannschaft besteht aus Spieler aus 9 Nationen. Die meisten davon mussten aus ihrer Heimat flüchten. Bei der Trainingseinheit war zu spüren, wie viel Spaß die Spieler am Fußballspielen und am Besuch Cacaus hatten.

Talk geht dem Begriff Heimat auf den Grund

Am Abend fand dann als offizieller Auftakt der Veranstaltungswoche der Talk „Wo ist Heimat?“ in der Hermann-Schwab-Halle statt. Gut 150 Besucherinnen und Besucher wurden von der Band Lakvar mit Liedern aus Bulgarien gefühlvoll eingestimmt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Norbert Sailer sprach Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, ein Grußwort. In diesem betonte er Winnendens Leistung aus der schrecklichen Erfahrung des Amoklaufs vor 10 Jahren als eine gestärkte Gemeinschaft hervorgegangen zu sein. Dies werde auch im Motto „Miteinander.leben“ und im Programm der Heimattage deutlich. Nach dem Film „Wo ist Tamieh?“ der Kunstschule Winnenden setzen sich die Talkteilnehmer moderiert von Katharina Naumann zu Königsbrück genauer mit dem Thema Heimat auseinander. Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass Heimat kein fester Ort ist und sehr individuell empfunden wird. „Heimat ist für mich, wo man sich aufgenommen fühlt“, erklärte Minister Lucha, der mit deutlichem bayrischem Akzent über seinen Migrationshintergrund aus Oberbayern scherzte. Für Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth ist Heimat vor allem ein Ziel, eine Sehnsucht. Cacau und Rafid Taii, Leiter des Treffpunkt Integration der Volkshochschule, waren sich einig, dass Heimat davon abhängt, wo man Freunde und Familie hat. So gibt es für den gebürtigen Brasilianer Cacau, der seit 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft, hat zwei Heimaten. Rafid Taii, der 1998 aus dem Irak nach Deutschland kam, betonte: „Sprache ist der Schlüssel für alle Türen.“ Nur so habe er in Deutschland Freunde und damit eine neue Heimat gefunden. „Es geht bei Heimat darum zu verstehen und verstanden zu werden“, war sich auch Andreas Maurer sicher, der in seinem Leben mehrfach im Ausland gelebt hat, bevor er Vorstand der Paulinenpflege wurde.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Minister Manne Lucha, Cacau, Andreas Maurer, Vorstand der Paulinenpflege, und Rafid Taii, Leiter der Lernwerkstatt-Treffpunkt Integration der VHS, diskutierten über ihr jeweiliges Verständnis von Heimat. Foto: Stadt Winnenden

Die Heimatwoche geht noch bis Freitag

Wer heute noch Zeit und Lust hat, kann von 16 bis 18 Uhr am Moscheebesuch in der DITIB Kocatepe Moschee, Ziegeleistr. 23, teilnehmen. Heute Abend ist außerdem um 19.30 Uhr im Olympia Kino der Film „WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ zu sehen. Am Freitag sind alle Interessierten herzlich zum Interkultureller Abend, ab 19.30 Uhr, in die Jubiläumskirche, Wallstraße 10, eingeladen.