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Musikalisches Experiment das Lust auf mehr macht

Schwaben-Folk-Rocker Wendrsonn im Projekt mit dem Jugendmusikschulorchester Winnenden

Wendersonn

Samstag, 23. November 2019 von 19:00 bis 22:00 Hermann-Schwab-Halle Tickets.

Oder an allen bekannten VVK:

I-Punkt der Stadtwerke
Stadtbücherei
Reisebüro Pflüger
 
Die angesagten Schwabenrocker Wendrsonn stehen dieses Mal zusammen mit dem Winnender Jugendemusikschulorchester auf der Bühne.

Es erwartet Sie ein spannender Abend mit einer energiegeladenen Bühnenshow, selbstkomponierte Songs die von Rock, Blues, Ska bis hin zu Folk reichen und alte traditionelle Melodien und schwäbische Volkslieder einbinden.

Sänger Markus Stricker im Interview:

Wendrsonn ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe. Wann und wie haben die einzelnen Mitglieder zueinandergefunden?

Ich gründete Wendrsonn zusammen mit Micha Schad im Jahre 2005. Im selben Jahr stieg dann Biggi Binder in die Band ein. 2009 der Bassist Ove Bosch, 2010 Klaus Marquardt und im Herbst 2019 der neue Schlagzeuger Rob Wittmaier aus Ludwigsburg

Wie sind Sie darauf gekommen, sich mit dem Folk Rock – Genre auseinanderzusetzen?

Ich liebe Folk und spielte bereits vor Wendrsonn in Kanada, zusammen mit Kanadischen Musikern Folk. Mit dem Song „Dance and Sing“ aus dem gleichnamigen Album, den ich zusammen mit Arthur O'Brien aus Neufundland schrieb, gewann die kanadischen Band „The Navigators“ den Canadian MIANL Award in der Kategorie Folk / Roots Group. Ich liebe am Folk die erdige Sinnlichkeit, die Bodenständigkeit, die einprägsamen Melodien und die vielen stillen und ruhigen Momente. Allerdings bin ich auch ein Kind des Rock'n'Rolls und war von 1988 bis
1993 Sänger, Keyboarder und kreativer Kopf bei “Barbed Wire”. 1991 veröffentlichten wir unsere CD „child again“ mit lauter Kompositionen aus meiner Feder und traten im Vorprogramm von Meat Loaf, Status Quo, Magnum und Roger Chapman auf. Folglich brachte ich meine beiden großen musikalischen Lieben zusammen. Den Folk und den Rock
 

Was verbindet Sie mit Ihrer schwäbischen Heimat, warum singen Sie auf schwäbsich?

Ich bin im Schwäbischen Wald geboren und lebe dort und spüre immer mehr, wie sehr ich in der Gegend verwurzelt bin. Ich spreche Schwäbisch. Es ist meine Muttersprache und ich habe in meiner kreativen Arbeit einen hohen Anspruch an Authentizität und folglich ist es für mich sehr logisch, Texte in meiner Muttersprache zu schreiben. Mich verwundert es immer wieder, dass ich solche Fragen gestellt bekomme und ich weiß, dass Mundartmusiker in Österreich oder in Bayern solche Fragen nicht zu hören bekommen. Gegenfrage, warum soll ich nicht in meiner Muttersprache singen? ;-)

In Ihren Auftritten vereinen Sie kabarettistische Elemente mit tragisch-komischen Momenten, um eine einzigartige Atmosphäre zu kreieren. Woher kam die Inspiration für dieses Konzept?

Ich bin einfach so. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Das ist es auch was ich an der Musik liebe. Für mich ist Musik ein Spiegelbild des Lebens, mit all seinen Hochs und Tiefs, mit allen Wellentälern und Höhenflügen. Der stetige Wechsel. Nix isch fix. Meine Songs erzählen Geschichten, die in den Texten aber teilweise nur poetisch angedeutet sind. Heulen und Lachen im stetigen Wechsel.

Sie spielen am Samstag, den 23. November 2019, zusammen mit dem Jugendmusikschulorchester Winnenden. Haben Sie in der Vergangenheit schon Projekte mit Schulen realisiert? Welche Herausforderungen ergeben sich aus dieser Kooperation für die Band?

Wir arbeiten sehr gerne mit Schulen oder Kinder zusammen und wir setzen uns aktiv für die Pflege und den Erhalt des Schwäbischen Dialektes ein. An mehreren Schulen beteiligten wir uns an Mundart-Projekten und traten auch mit Schülern gemeinsam bei Konzerten auf. Mit der Talschule Backnang gewannen wir 2008 den Schülerpreis Baden-Württemberg der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg mit dem Projekt „Songs von dahoim“. Ein wichtiger Aspekt ist es für Wendrsonn junge Menschen wieder den Dialekt durch Musik nahe zu bringen und natürlich Kreativität und Spaß im künstlerischen Umgang mit unserer Mundart aufzuzeigen. Es ist auch eine musikalisch reizvolle Herausforderung, den Klangkörper der Band durch das Orchester auf ein Vielfaches zu erweitern, um dadurch den jeweiligen Songs eine neue Tiefe zu geben. Dazu kommt die Faszination so viele junge Menschen in den Songs mit der Band zusammenzubringen. Und nicht zu vergessen die logistische Herausforderung, ein solch großes Projekt zu einem unvergesslichen Konzertabend zu gestalten.

Die Stücke wurden extra für dieses Kooperationsprojekt für ein Orchester arrangiert. Erzählen Sie etwas zum Entstehungsprozess.

Ein solches Projekt geistere speziell bei Klaus Marquardt schon längere Zeit durch seine Gedanken. Durch seine musikalische Arbeit bei mehreren größeren Projekten dieser Art und mit international bekannten Musikern, war das natürlich eine tolle Gelegenheit „Ja“ zu sagen, als die Idee zusammen mit Markus Stricker und dem Kulturamt der Stadt Winnenden entstanden ist. Mathias Mundl von der Jugendmusikschule war schnell bereit die Idee mit weiterzuentwickeln. Klaus Marquardt arrangierte die Songs mit dem Ziel, das Orchester und die Band möglichst musikalisch gleichberechtigt zusammenzubringen. Durch sein klassisches Studium, seine Erfahrung als Arrangeur, hauptsächlich für Streicher, und seine Banderfahrungen, ist es ihm gelungen, eine faszinierende Mischung zwischen Klassik und FolkRock entstehen zu lassen. Klaus arbeitet volle 3 Monate an den Arrangements und investiere unglaublich viel Herzblut in dieses Projekt.

Auf was kann sich der Zuschauer besonders freuen?

Auf einen ganz besonderen Klangkörper. Auf die Arrangements und natürlich auf den Esprit einer kongenialen Zusammenarbeit einer Folkrockband und eines Orchesters.

Was ist aus Ihrer Sicht die Besonderheit des Projekts?

Es ist für mich als Songwriter ein einzigartiges Gefühl, meine eigenen Songs in einem Orchesterarrangement zu hören und diese dann auch live umzusetzen. Es werden teilweise ganz andere Aspekte und Emotionen meiner Songs sichtbar. Wir spielen die Songs normalerweise eher hemdsärmelig, energetisch sehr direkt. Jetzt haben die Lieder sich irgendwie schick gemacht, treten eleganter auf und zeigen ihre konzertante Seite.