Um der Verpflichtung zur Unterbringung von Geflüchteten nachzukommen, wird die geplante Unterkunft in Höfen weiterhin benötigt. Im April starten die Erschließungsarbeiten sowie das Setzen des Fundaments auf der südlichen Hälfte des Sportplatzes.
Was ist geplant?
Auf der südlichen Hälfte des Sportplatzes in Höfen werden fünf Wohnhäuser zur Unterbringung von Geflüchteten aufgestellt. Diese bestehen aus jeweils vier Holzbau-Modulen, die zu einem 2-geschossigen Baukörper zusammengefügt werden. Zusätzlich wird ein Modul mit Waschraum und Technik aufgestellt.
Skizze eines Gebäudes aus der Südansicht
Wird die Unterkunft wirklich langfristig benötigt?
Ja. Für das Jahr 2026 besteht für die Stadt Winnenden aktuell ein Aufnahmerückstand von 105 Personen aus den Unterkünften des Landkreises (Stand Februar 2026). Die Verteilung der Personen auf die Kommunen erfolgt durch den Kreis. Winnenden hat derzeit nach Waiblingen den größten Aufnahmerückstand im Rems-Murr-Kreis.
Für jede nicht aufgenommene Person werden seit 2026 Fehlbelegungsabgabe an den Kreis fällig. Anstelle der Gegenfinanzierung von untergebrachten Personen müssen so pro Monat und Person 642 Euro als Fehlbelegungsabgabe gezahlt werden. Die Stadt Winnenden rechnet daher aktuell mit 200.000 Euro, welche als Fehlbelegungsabgabe für 2026 an den Kreis gezahlt werden müssen. Die Prognose zeigt, dass voraussichtlich im Oktober bis November die Aufnahmeverpflichtung in Winnenden erfüllt werden kann, wofür die Unterbringung in Höfen zwingend benötigt wird.
Bedarf trotz Abbau von Unterkünften des Kreises – Wie kann das sein?
In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes verbleiben die Geflüchteten unmittelbar nach ihrer Ankunft meist nur wenige Monate. Nach maximal 18 Monaten werden sie in Gemeinschaftsunterkünften der Kreise untergebracht. Nach weiteren maximal zwei Jahren erfolgt dann die Unterbringung in sogenannten Anschlussunterbringungen der Kommunen, wie sie auch in Höfen entstehen wird. Dort bleiben die Personen oftmals bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens. Teilweise werden in den Unterkünften der Land- und Stadtkreise aktuell Kapazitäten frei und daher vereinzelte Unterkünfte sogar nicht mehr benötigt, so beispielsweise auch in Stuttgart. Dies bedeutet jedoch nicht, dass kurz- oder mittelfristig weniger Belegung in den Unterkünften der Kommunen zu erwarten ist, da die Aufenthaltsdauer in den Anschlussunterbringungen meist länger ausfällt. Mit dem Abfall des Belegungsdrucks in den Anschlussunterbringungen der Kommunen ist daher erst in mehreren Jahren zu rechnen.
Wann wird mit dem Bau begonnen?
Mitte April wird auf der südlichen Hälfte des Sportplatzes mit den Erschließungs- und den Fundamentarbeiten begonnen. Die ersten Wohnmodule werden derzeit bereits inklusive Innenausbau vormontiert und anschließend zwischengelagert. Mit der Anpassung der Modullagerung konnte die Stadt dem SF Höfen-Baach die Durchführung seines Turniers im April ohne Einschränkungen durch lagernde Module ermöglichen.
Wann wird die Unterkunft fertiggestellt?
Voraussichtlich zu Ende des Jahres wird die gesamte Unterkunft bezugsbereit sein.
Wird das ganze Spielfeld für die Unterkunft benötigt?
Nein, es wird nur die südliche Hälfte des Platzes für die Unterkunft benötigt. Der Rest des Platzes steht weiterhin zur Verfügung.
Wie viele Personen werden in der Unterkunft leben?
Bis zu 76 Personen können später in der Unterkunft untergebracht werden. Bei der Belegung kann durch die flexible Zimmerzuteilung sowohl auf Einzelpersonen als auch Familien und Paare eingegangen werden.
Werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch die Stadt betreut?
Ja, in der Flüchtlingsunterkunft in Höfen werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch Flüchtlingssozialarbeit und Integrationsmanagement unterstützt. Die Flüchtlingssozialarbeit bietet soziale Beratung, Hilfe im Asylverfahren, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Kontakten zu Behörden, Krisenintervention und Orientierung in der neuen Lebensumgebung. Das Hauptbüro der Flüchtlingssozialarbeit ist in Höfen geplant. Das Integrationsmanagement, gefördert auf Basis einer Verwaltungsvorschrift des Landes, berät zur langfristigen Integration in Wohnung, Sprache, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Die Beratung erfolgt zentral vom Rathaus aus, ergänzt durch eine wöchentliche Sprechstunde direkt in Höfen.
Gibt es Ansprechpartner vor Ort oder im Rathaus?
Die Mitarbeitenden der Flüchtlingssozialarbeit und des Integrationsmanagements stehen auch den Nachbarinnen und Nachbarn der Unterkunft als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei Fragen oder Anliegen kann sich auch direkt an das Amt für Soziales, Senioren und Integration gewandt werden.