Ausstellung zu den Gewinnerobjekten der Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen“ durch die Architektenkammer BW

Dass Architektur Lebensqualität schafft, zeigt das Auszeichnungsverfahren "Beispielhaftes Bauen" der Architektenkammer Baden-Württemberg seit 40 Jahren. Mit dem Auszeichnungsverfahren hat sich die Architektenkammer Baden-Württemberg ein Instrument geschaffen, um sichtbar zu vermitteln, dass gelungene Architektur nicht mit mehr Geld, sondern mit einem Mehr an geistigem Aufwand und Engagement zu tun hat, was von Architekturbüros und Bauherrschaften gleichermaßen geleistet werden muss!
Beim „Beispielhaften Bauen Rems-Murr-Kreis 2018-2025“ verlieh die Jury 25 Auszeichnungen unter den 89 teilnehmenden Projekten. Ein Fünftel aller Preise gehen in die Stadt, die weniger als ein Zehntel der Landkreis-Einwohner hat.
 

Sechs Personen stehen nebeneinander auf einer Bühne, fünf halten Urkunden. Im Hintergrund eine Projektion mit einem Hausfoto und Text zur Ausstellung Architektenkammer Baden-Württemberg.
Foto: Jan Potente

Wanderausstellung stellt Gewinnerobjekte vor

Die Wanderausstellung ist nur noch bis zum 30. Januar 2026 im Winnender Rathaus zu den bekannten Öffnungszeiten zu sehen.

Midissage zur Ausstellung „Beispielhaftes Bauen“ im Rathaus Winnenden

Rund 50 Besucherinnen und Besucher haben am 8. Januar die Midissage der Ausstellung „Beispielhaftes Bauen“ im Foyer des Winnender Rathauses besucht. Die Wanderausstellung der Architektenkammer Baden-Württemberg präsentiert die prämierten Projekte der Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen Rems-Murr-Kreis 2018–2025“ und stieß bei den Gästen auf großes Interesse. Zur Eröffnung der Midissage begrüßte Erster Bürgermeister Norbert Sailer die Anwesenden und würdigte die Bedeutung qualitätsvoller Architektur für die Stadtentwicklung. Moritz Seifert, Erster Vorsitzender der Architektenkammer Rems-Murr-Kreis, hob die Rolle der Ausstellung hervor, beispielhafte Bauprojekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Amtsleiter Roland Bornemann verwies auf die positive Entwicklung der Baukultur in Winnenden, die sich auch in der Vielzahl ausgezeichneter Projekte widerspiegelt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Gitarren-Trio der Musikschule Winnenden, das mit seinem Beitrag für einen stimmungsvollen Rahmen sorgte.

Menschen stehen in einem Foyer mit weißen Wänden und Steinmauer, einige hören einer Person zu, die an einem Mikrofon spricht.

Die Winnender Gewinnerobjekte

Das Lessing-Gymnasium

Ein hervorragendes Beispiel, wie die Bausubstanz von Schulen der 1970er Jahre gewahrt und weiterentwickelt werden kann, ist die behutsame Sanierung dieses Schulgebäudes. Geschickte Eingriffe in die Grundrisse machen die Schule fit für die Lernformate des 21. Jahrhunderts. Die im Wesentlichen sichtbaren Materialien wie Lärchenholz, Linoleum und Sichtbeton wirken durch ihre natürlichen, hellen Farben und verleihen der Schule ein neues, freundliches Ambiente. Auch wenn der Ursprung der Schule in den Siebzigerjahren nicht verleugnet wird, entsteht eine Lernlandschaft, die alle Anforderungen des zeitgenössischen Schulbaus auf überzeugende Weise umsetzen kann.

Albertviller Straße 26, Winnenden
 
Bauherr: Stadt Winnenden, Amt für Hochbau und Gebäudemanagement
Architekten: Drei Architekten Konsek Streule Vogel, Stuttgart

Innenhof eines modernen Bürogebäudes mit großen Glasfenstern und klaren Linien, Blick nach oben zum Himmel.
Foto: Zooey Braun
Modernes dreistöckiges Wohnhaus mit weißer Fassade, mehreren rechteckigen Fenstern und Solarpanelen auf dem Satteldach in einer Wohnsiedlung.
Foto: Markus Guhl

Innerstädtische Nachverdichtung in der Gerberstraße

Das Projekt befasst sich mit der Schließung einer städtebaulichen Lücke am Rand der historischen Altstadt – umgeben von kleinteiligen Fachwerkhäusern. Im Mittelpunkt steht die architektonische Weiterentwicklung eines typischen Altstadtelements: Die in den Geschossen leicht versetzten und vorspringenden Baukörperteile greifen das Motiv der auskragenden Fachwerkgeschosse auf – jedoch abstrahiert und zeitgemäß interpretiert. Durch die stehende Giebelproportion und das gezielte Spiel mit Rücksprüngen fügt sich das Haus still und selbstverständlich in die Altstadtstruktur ein.
 
Gerberstraße 34, Winnenden

Bauherr: Stadt Winnenden, Amt für Hochbau und Gebäudemanagement
Architekten: rommel, wagenpfeil architekten Partnerschaft mbB, Winnenden

Nahdran und Mittendrin

Ein besonderes Projekt ist auf dem Gelände des ehemaligen Farrenstalls und an der Ringstraße entstanden. Zwei Gebäude mit insgesamt ca. 1.800 m² Wohnfläche bieten Raum für Wohnungen verschiedenster Größe und Gestalt.  Verteilt auf zwei Gebäudekomplexe mit einer Wohnfläche von insgesamt 2.451 Quadratmetern sind zwei Gewerbeeinheiten, 29 Wohneinheiten, bestehend aus 1-5 Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 34-122 Quadratmetern sowie ein Gemeinschaftsraum inklusive einem Gästezimmer entstanden.

Bauherr: Baugemeinschaft MittendrinArchitekten: rommel, wagenpfeil architekten Partnerschaft mbB, Winnenden

Mehrstöckiges Wohnhaus mit spitz zulaufendem Dach, Balkonen und beleuchteten Fenstern bei Dämmerung.
Foto: Markus Guhl
Modernes Wohnhaus mit dunklem Satteldach hinter einer niedrigen Betonmauer, davor zwei grüne Bäume und ein offener Durchgang mit Holztür.
Foto: Zooey Braun

Wohn- und Arbeitshaus JES

Präzise Planung und perfekte Materialien: Auf einem schmalen langen Grundstück füllt das Wohn- und Arbeitshaus eine bestehende Baulücke. Es ist an alles gedacht: minimierte Flächenversiegelung, recyclingfähige Baustoffe und detaillierte Raumkonzeption. Das funktionale Nebengebäude fügt sich in das Gesamtkonzept ein, ergänzt das Wohngebäude, bietet durch den damit entstehenden Hof eine hohe Aufenthaltsqualität und grenzt das Grundstück zur Straßenseite ab.

Bauherr: Rommel
Architekten: rommel, wagenpfeil architekten Partnerschaft mbB, Winnenden

Kindertagesstätte Koppelesbach in Winnenden: nachhaltige und landschaftsverträgliche Architektur

Holz, wohin das Auge blickt – (nicht nur) das Materialkonzept überzeugt! Durch die richtige Ausrichtung des Gebäudes fügt es sich harmonisch in die Landschaft ein und schont gleichzeitig den Bachlauf. Das nach Süden geneigte Pultdach fördert eine optimale Tageslichtnutzung, eine natürliche Entlüftung des Gebäudes und bildet zugleich eine überdachte Terrasse als geschützten Übergang zum Außenspielbereich. Die Kombination aus natürlicher Materialität und klarer Formgebung macht die neue KiTa zu einem inspirierenden Lern- und Lebensraum für Kinder.
 
Hanweilerstraße 29, Winnenden

Bauherr: Stadt Winnenden, Amt für Hochbau und Gebäudemanagement
Architekten: Schleicher.Ragaller Architekten bda part. mbb, Stuttgart

Blick von einem modernen Gebäude mit grüner Fassade auf eine grüne Wiese, einen Baum und bewaldete Hügel im Hintergrund.
Foto: Zooey Braun