Berglen - Leutenbach – Winnenden
Gemeinsamer Hochwasserschutz
Die Gemeinden Berglen, Leutenbach und Winnenden haben sich zum Jahresende 2024 zusammengeschlossen, um gemeinsam den Hochwasserschutz am Buchenbach zu verbessern. Damit reagierten die drei Nachbarkommunen auf die Tatsache, dass extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Hochwasser durch Klimaveränderungen auch weiterhin zunehmen werden.
Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Hochwasserschutz im gesamten Gebiet einheitlich zu planen und auf aktuelle Daten zu stützen. Auslöser für den Zusammenschluss waren Gespräche der drei Kommunen mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt. Dabei wurde deutlich: Wirksamer Hochwasserschutz funktioniert nur gemeinsam, denn Wasser hält sich nicht an Gemeindegrenzen.
Hochwassergefahrenkarten als erste Datenbasis
Das Regierungspräsidium befasst sich derzeit mit der Aktualisierung der Hochwassergefahrenkarten, welche die Grundlage für das weitere Vorgehen der Planungsgemeinschaft darstellen. Erste belastbare Ergebnisse werden in Kürze erwartet. Ergänzend zu den Hochwassergefahrenkarten werden auch die Gefährdungen durch Starkregenereignisse über die kommunalen Starkregenrisiko-Managementpläne betrachtet.
Nächster Schritt: Flussgebietsuntersuchung
Aufbauend auf den Daten, welche die Hochwassergefahrenkarten liefern, soll die Flussgebietsuntersuchung aus dem Jahr 2004 aktualisiert und hierin eine Hochwasserschutzkonzeption abgeleitet werden. Die Erstellung des Konzepts wird ein Planungsbüro übernehmen. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen wie den Bau von Rückhaltebecken und Stauflächen aufzuzeigen. Die Flussgebietsuntersuchung selbst kann vom Land Baden-Württemberg mit bis zu 70 % gefördert werden.
Im zweiten Schritt streben die beteiligten Kommunen weiterhin die Gründung eines interkommunalen Zweckverbands „Hochwasserschutz Buchenbach“ an. Die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts wird dann gemeinschaftlich angegangen. Durch die Maßnahmen der Planungsgemeinschaft sollen Schäden durch zukünftige Hochwasser minimiert werden.
Private Maßnahmen unterstützen Hochwasserschutz
Neben dem Vorgehen der Planungsgemeinschaft können auch private Grundstückseigentümer bereits durch kleine Maßnahmen zum Hochwasserschutz beitragen und eigenständig Vorsorge treffen.
Bereits kleine Maßnahmen auf vielen Grundstücken helfen dabei, Regenwasser vor Ort zurückzuhalten, versickern zu lassen oder zeitlich verzögert abzugeben. Dadurch werden Hochwasserspitzen abgemildert und Bäche, Gräben und Kanäle im Starkregenfall weniger stark belastet. Besonders wirksam ist die Entsiegelung von Flächen. Wenn Böden wieder aufnahmefähig sind, kann Regenwasser dort versickern, wo es fällt. Das reduziert den schnellen Zufluss in die Gewässer und entlastet die gesamte Abflussdynamik. Auch Regenwasserspeicher, begrünte Flächen und wasserdurchlässige Beläge tragen dazu bei, Wasser länger auf dem Grundstück zu halten. So entsteht in der Summe ein spürbarer Effekt: Viele kleine Maßnahmen helfen, den Abfluss zu verlangsamen und Hochwasserspitzen zu reduzieren. Während die Maßnahmen der Planungsgemeinschaft durch ihren Umfang Wirkungskraft erlangen, entfalten private Kleinstmaßnahmen in hoher Zahl eine nicht zu unterschätzende Wirkung.
Bisherige Maßnahmen seit dem Hochwasser 2024
Neben dem Zusammenschluss der Planungsgemeinschaft und den Vorbereitungen der Flussgebietsuntersuchung wurden seit dem Hochwasser 2024 bereits kurzfristig umsetzbare Maßnahmen angegangen. Zusätzlich zu baulichen Maßnahmen, wie der Entschärfung von Engstellen und der Renaturierung von Abschnitten des Bachlaufs, wurden acht kommunale Pegelmessstellen und vier Regensensoren installiert. Die Pegelstände sind auch für die Bevölkerung über die „Meine Pegel“-App öffentlich einsehbar. Zusätzlich zu Informationsveranstaltungen und weiterführenden Tipps unter www.winnenden.de/bevoelkerungsschutz sorgen Aktionen wie das Extremwasser-Mobil für Aufmerksamkeit in der Bevölkerung.
