Schlankere Verwaltung durch Organisationsanpassung

Durch die Zusammenlegung von Ämtern und der Neuaufstellung der Dezernatsleitungen plant die Stadtverwaltung ihren Aufbau zu verschlanken. Unterstützt durch die Digitalisierung von Prozessen und die Ausgliederung von Aufgaben wird dadurch eine effiziente Zusammenarbeit gestärkt und Personalkosten gesenkt. So sollen bis 2030 die Personalkosten um jährlich 1,2 Millionen Euro gesenkt werden.
 
Die Stadtverwaltung Winnenden gliedert sich aktuell in 11 Ämter, welche wiederum in drei Dezernate strukturiert sind. Um Personalkosten zu senken und die Arbeit in den Ämtern effizienter zu gestalten, setzt die Stadt Winnenden auf eine schrittweise Umstrukturierung des Aufbaus bis 2030. Gepaart mit einer verstärkten Digitalisierung von Prozessen, werden Fluktuation und Renteneintritte genutzt, um Stellen zu reduzieren und Kosten zu sparen. So soll die Vorgabe von 18 einzusparenden Vollzeitäquivalenten bis 2030 erreicht werden.

Ziel: Neun Ämter in drei Dezernaten

Ende August wird Erster Bürgermeister Norbert Sailer nach beachtlichen 24 Jahren bei der Stadtverwaltung Winnenden in den Ruhestand eintreten. Die Leitung seines Dezernats wird durch eine interne Ausschreibung nachbesetzt. Damit bleiben zwar die drei Dezernate erhalten, jedoch wird eine der bisherigen Bürgermeister-Stellen in eine Dezernenten-Stelle umgewandelt. Die durch die interne Nachbesetzung freiwerdende Stelle soll eingespart werden.
 
Weiter ist vorgesehen das Amt für Soziales, Senioren und Integration als Sachgebiet in das Amt für öffentliche Ordnung zu integrieren. Zeitlich soll dies mit der Nachfolge von Amtsleiterin Beatrice Hertel erfolgen, welche im Februar 2027 in den Ruhestand eintreten wird. Auch in diesem Fall ist geplant, die Nachfolge durch eine interne Nachbesetzung zu regeln und eine Stelle einzusparen. Über diese Zusammenlegung zum neuen Amt für Ordnung und Soziales entscheidet der Gemeinderat im Mai. Durch die Ämterzusammenlegung und das interne Nachrücken fördert die Stadtverwaltung diese Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeitenden und spart Personalkosten durch die Reduzierung von Stellen.
 
Für das Jahr 2028 ist geplant, die Themenbereiche Schule und Kita sowie die Bereiche Kultur, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr von bisher drei Ämtern auf zukünftig zwei Ämter zusammenzufassen.
 
„Bis 2030 wird die Stadtverwaltung in ihrer Struktur eine notwendige Veränderung durchlaufen müssen. Die aktuelle Finanzsituation gibt uns diesen unvermeidbaren Schritt vor, den wir auch als Chance sehen, uns nun noch effizienter aufzustellen“, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

Unterstützung durch Digitalisierung und Aufgabenausgliederung

Zur Unterstützung der Umstrukturierung und der damit einhergehenden Einsparung von Stellen legt die Stadtverwaltung weiterhin großen Wert auf die Digitalisierung und Verschlankung von Arbeitsprozessen. Zusätzlich sollen durch engere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und der Kreisverwaltung gebietsübergreifende Themen verstärkt gemeinsam angegangen werden, um Kosten und Personalaufwand teilen zu können. Hierzu laufen beispielsweise Gespräche mit der Gemeinde Schwaikheim über eine mögliche Zusammenlegung des Bauhofs mit der Gärtnerei und Friedhofsgärtnerei in einen Zweckverband.
 
Weiterhin hält die Stadtverwaltung an ihrem Vorgehen im Rahmen der sogenannten Orga-Checks fest. Diese sehen seit Herbst letzten Jahres vor, dass bei jeder freiwerdenden Stelle überprüft wird, ob eine Nachbesetzung der Stelle mit reduziertem Stellenumfang erfolgen oder die Stelle eingespart werden kann.
 
„Uns ist bewusst, dass dieser Schritt von unseren Mitarbeitenden viel Mitwirkung und Verständnis erfordert. Wir sind daher dankbar für unsere Mitarbeitenden, die diese Veränderungen mittragen, und die konstruktive Herangehensweise unseres Personalrats“, so Hauptamtsleiterin Emely Rehberger.

Verschlankung durch Fluktuation und Renteneintritte

Die Gesamtheit der einzelnen Maßnahmen hat zum Ziel, die Personalkosten zu senken und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung aufrecht zu erhalten. Dafür wird der Einsatz der Mitarbeitenden künftig noch effizienter erfolgen, was auch den Wegfall bisher geleisteter freiwilliger Aufgaben bedeuten kann. Die Stadtverwaltung hat bereits angekündigt, betriebsbedingte Kündigungen vermeiden zu wollen. Der Stellenabbau soll stattdessen durch Fluktuation und Renteneintritte erreicht werden.

Rathausgebäude mit spitzem Dach und großen Fenstern an einem sonnigen Tag mit roten Blumen im Vordergrund
Foto: Stephan Haase